AUSGABE 03/2019

Regionalflugplätze wie Bern-Belp, Lugano, St. Gallen-Altenrhein, Grenchen, Les Eplatures, Sion oder Buochs sorgen sich um ihre Zukunft. Sie sind mit ihrem Angebot für Linien- beziehungsweise Geschäftsflüge und für IFR-An- und Abflüge heute noch auf Flugsicherungsleistungen angewiesen. Und diese sind teuer. So teuer, dass die Regionalflugplätze um ihre Existenz bangen müssen. Die Kosten schlagen mit einem Gesamtbetrag von 35 Millionen Franken zu Buche. Die Regionalflugplätze sehen sich ausserstande, die ihnen überbürdeten Kosten von 7 Millionen aus der bestehenden Unterdeckung für Flugsicherungsleistungen von Skyguide zu finanzieren. Kommt dazu, dass Fluggesellschaften, welche in Bern oder Lugano für eine sichere Ertragsbasis sorgten, vom Markt verschwanden. Das Liniengeschäft erweist sich ab diesen Flugplätzen kaum als zukunftsträchtiges Geschäftsmodell. Dies musste auch Sion feststellen, nachdem sich die Luftwaffe vom Walliser Militärflugplatz zurückzog. Seither stellt sich auch dort die Frage: Wie kann der Flugplatz künftig finanziert werden? Mit der Revision des Luftfahrtgesetzes schuf der Bund die Möglichkeit, den Markt für ausländische Anbieter von Flugsicherungsleistungen zu öffnen (s. Seite 36). Regionalflugplätze können neu ein Gesuch stellen, um ihre An- und Abflüge von einem anderen Anbieter kontrollieren zu lassen. Skyguide entwickelt mit dem schwedischen Anbieter ACR Aviation Capacity Resources ein Joint Venture mit dem Ziel, den Schweizer Regionalflugplätzen künftig kosteneffiziente Flugsicherungsdienste anzubieten. Ob das die Lösung für deren Finanzierungsprobleme verheisst? Solche Fragen muss sich der aargauische Flugplatz Birrfeld nicht stellen. Er ist eines von mehreren Beispielen erfolgreicher Regionalflugplätze. Mit visionären Entscheiden legte der Aero-Club Aargau in der Vergangenheit die Grundlage für eine prosperierende Zukunft. Ohne hochtrabende Ambitionen, ohne IFR-Verfahren, Tower und Flugsicherung. Aber mit einer erfolgreichen Flugschule, einem vorbildlichen Umgang mit den Anrainergemeinden und der Bevölkerung sowie einer massvoll ausgebauten Infrastruktur. Dazu gehört auch der Neubau für einen modernen Unterhaltsbetrieb. Seit Anfang Jahr wird darin gearbeitet (s. Seite 30). Ein weiterer Schritt in die mit Bedacht gestaltete Zukunft des Birrfelds.

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AUSGABE 02/2019

Der ehemalige deutsche Astronaut Ulrich Walter sagte kürzlich in einem Interview mit der «Schweiz am Sonntag»: «Wir haben 50 Jahre Mondlandung. Erinnern Sie sich an Neil Armstrong? Ohne ihn wäre vielleicht Apollo 11 fehlgeschlagen. Das waren exzellente Leute, coole Typen.» Coole Typen, Helden jener Zeit, Vorbilder für die Jugend: Die Raumfahrt war vor 50 Jahren in aller Munde, hat Generationen in ihren Bann gezogen und geprägt. Die ersten Menschen auf dem Mond haben Geschichte geschrieben. Bilder der Apollo-Missionen, die Mondlandung, die ersten Schritte auf dem orbitalen Begleiter der Erde – sie haben sich auch bei mir tief eingeprägt. Es war «ein grosser Schritt für die Menschheit», der an jenem 20. Juli 1969 geschah. Die Raumfahrt erlebt 50 Jahre später eine Renaissance. Die Kommerzialisierung des Weltraums ist in vollem Gang. Die Europäische Weltraumorganisation ESA zählt 22 Mitgliedstaaten, ist Europas Tor zum Weltraum und koordiniert die Entwicklung der europäischen Raumfahrt. Private Unternehmen haben sich positioniert. Die Nasa will 2022 wieder bemannt auf den Mond. Inzwischen war auch China dort – auf der «Rückseite», quasi hinter dem Mond landete die Sonde «Chang'e 4» erfolgreich. Und das war erst der Anfang. Bis 2030 sollen auch chinesische Taikonauten auf dem Mond landen. Und am Horizont ist bereits der Mars aufgetaucht – und mit ihm zahlreiche zukunftsweisende Projekte von Raumfahrtunternehmen rund um den Globus. Die Raumfahrt im 21. Jahrhundert dürfte spannender werden als Science- Fiction. Vor 60 Jahren landete die erste unbemannte Sonde auf dem Mond, vor 50 Jahren setzte der erste Mensch einen Fuss auf dessen Oberfläche und vor 100 Jahren wurde die International Astronomical Union gegründet. Befeuert durch diese Jubiläen findet vom 24. bis 29. Juni die 5. Ausgabe des «Starmus»-Festivals statt – zum ersten Mal in der Schweiz, in der Stadt Zürich, die damit zum Zentrum der Weltraumfahrt und Astronomie wird. Das Festival vereint namhafte Wissenschaftler, Astronauten, Nobelpreisträger und Künstler (siehe Seite 5). Die unendlichen Weiten des Alls faszinieren die Menschheit. Die Leichtaviatik bewegt sich im untersten Bereich der Erdatmosphäre. Aber auch da kann man zu Höhenflügen aufbrechen.

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AUSGABE 12/2018

Digitalisierung. Automatisierung. Roboterisierung. Künstliche Intelligenz. Die Zukunftsszenarien, die uns in schöner Regelmässigkeit präsentiert werden, rauben einem bisweilen den Atem. Die Entwicklung schreitet schneller voran, als ihr manche Menschen, Organisationen, Unternehmen oder gar Nationen folgen können. In Leitbildern wird wohl werteorientiertes Handeln als zentraler unternehmerischer Vorsatz auf Papier geschrieben. Oder eher schön-g-eschrieben. Denn angesichts der Massnahmen, welche aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und angesichts der angekündigten Entwicklungszenarien notwendig sind, rücken -Werte und ethische Grundsätze leider nur allzu oft in den Hintergrund. Sie haben einfach keinen Platz mehr, werden verdrängt vom Druck, sich dem Wandel anpassen zu müssen. Ein Wandel, der Verlierer hinterlassen, aber auch Gewinner hervorbringen wird.

Derzeit ist es nicht einfach, sich ein Bild zu verschaffen, welche Entwicklungen auf reiner Ankündigungsstrategie basieren  und welche Szenarien denn auch wirklich umgesetzt werden können. Eine differenzierte Beurteilung lohnt sich, geht es bei vielen Projekten, welche aufwändig angekündigt werden, doch nur um die marketingmässig geschickt inszenierte Suche nach Investoren. Doch Ankündigungen haben insofern auch positive Seiten, als dass sie ein Umdenken auslösen, den Horizont öffnen, Verhaltensänderungen befeuern können und der Menschheit und der Wirtschaft die Chance geben, sich auf die Zukunft vorzubereiten.

In wenigen Tagen feiern wir Weihnachten. Festtage sind ein beständiger Wert, die in der heutigen Zeit noch jenen Halt zu vermitteln vermögen, welcher durch das immer höhere Tempo der Veränderungen und des technologischen Fortschritts für einen Teil der Menschheit verloren zu gehen droht. Weihnachten 2.0 wird es wohl nie geben – Gott sei Dank.

In diesem Sinne: Geniessen Sie die ruhigere Zeit der Festtage! Wir freuen uns und danken Ihnen, dass Sie zu den treuen Leserinnen und Lesern der AeroRevue gehören. Ihnen und Ihren Angehörigen wünschen wir von Herzen besinnliche Tage und für das kommende Jahr 2019 Gesundheit, Glück und Wohlergehen. Möge jeder Tag für Sie zu einem Festtag werden.

Ausgabe 11/2018

SAC-Hüttenwarte sind Gastgeber der Berge. Sie sorgen dafür, dass Wanderer und Bergsteiger eine warme Mahlzeit und ein frischgemachtes Bett bekommen. So beschreibt der TV-Sender SRF im Porträt des Sendeformats «SRF bi de Lüt – Hüttengeschichten» die Aufgabe der SAC-Hüttenwarte. Die Sendung taucht ein in das Alltagsleben derselben und bringt uns die Ansprüche der Touristen und Gäste näher. Der Aufwand an Kameratechnik und Material ist laut SRF minimal, es seien nicht immer Helikopterflüge möglich. Kürzlich stellte ein Boulevardmedium fest, dass sich zu den «Monsterarbeitstagen» der Hüttenwarte immer wieder Frust geselle. Zum Beispiel dann, «...wenn Wanderer ihren privaten Müll bei mir in der Küche abgeben wollen», wie eine Hüttenwartin zitiert wird. Doch es genüge dann, zu erklären, «dass wir einen Helikopter bezahlen müssen, um den ganzen Abfall wieder ins Tal zu fliegen (...).»

Bergtourismus und Helikopter: ein Widerspruch? Oder eine Frage der Perspektive, der Wahrnehmung? Wahrnehmung bezeichnet man als Prozess und als Ergebnis der Informationsgewinnung und -verarbeitung von Reizen aus der Umwelt und dem Körperinnern. Das geschieht durch unbewusstes und manchmal bewusstes Filtern und Zusammenführen von Teil-Informationen zu subjektiv sinnvollen Gesamteindrücken. Von selektiver Wahrnehmung spricht man, wenn ein Mensch bestimmte Informationen ausfiltert. Er nimmt nur noch das wahr, was er glaubt, darin zu erkennen; anderes wird ausgeblendet.

Selektive Wahrnehmung trifft man in der Luftfahrt und speziell in der Helikopterfliegerei oft an. Flüge, um Hütten für Bergtouristen zu versorgen, ja – Fluglärm in den Bergen nein. In den Hütten Abfall produzieren und diesen im Helikopter entsorgen ja – «Heli-Wandern» nein. Landeplätze bei den Hütten ja – Gebirgslandeplätze nein. Helikopterflüge für Fernsehserien ja – Training von Helikopterpiloten im Gebirge nein. Lastentransporte ja – Touristen-transporte nein.

Der Fairness halber seien zwei Bemerkungen hinzugefügt. Erstens: Auch Aviatiker unterliegen bisweilen diesem Wahrnehmungs-Phänomen. Zweitens: Inhalte und Qualitäten einer Wahrnehmung können durch gezielte Steuerung der Aufmerksamkeit verändert werden. Man spricht dann von Kommunikationsstrategie. Und neuerdings von Fake-News.

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